"Mädchen" in der Referenzkette
Eine Pilotstudie zur pronominalen Genusvariation in den Grimmschen Märchen
DOI:
https://doi.org/10.21248/idsopen.14.2026.58Schlagworte:
hybrides Nomen, Genusschwankungen, Genus- und Sexuskongruenz, Genderlinguistik, Textlinguistik, referenzielle Pragmatik, Korpuslinguistik, Schnittstelle Sprach- und Literaturwissenschaft, MärchenAbstract
Der Beitrag untersucht die Formen der pronominalen Wiederaufnahme (es vs. sie) des hybriden Nomens Mädchen in Referenzketten in den Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm. Ausgehend von einschlägigen sprach- wie literaturwissenschaftlichen Untersuchungen richtet sich der Fokus zum einen auf die verschiedenen empirisch aufgezeigten Strukturtypen der Mädchen-Referenzketten(teile) mit doppelter (Genus und Sexus) bzw. nur Sexus-Kongruenz und zum anderen im Rahmen einer vorrangig referenzpragmatisch und textuell ausgerichteten qualitativen Analyse auf mögliche Faktoren für die Genusvariation unter Berücksichtigung rezipientenseitiger Funktionen. Ein abschließender Vergleich verschiedener Auflagen, der besonders der bisher noch nicht hinreichend in den Blick genommenen Rolle der systematischen, dem Zeitgeist geschuldeten Texteingriffe insbesondere Wilhelm Grimms Rechnung trägt, ermöglicht interessante Einblicke in die Wahl von Genus- bzw. Sexuskongruenz je nach Bearbeitungsphase und erlaubt die Relativierung einiger Annahmen in der Forschung.
